Jean Renoir war ein französischer Regisseur, geboren in Paris, Sohn des Malers Pierre-Auguste Renoir, und eine der Gründerfiguren dessen, was man später poetischen Realismus nannte. 'Die große Illusion', eine humane Studie über Klasse und Nationalität unter Kriegsgefangenen, und 'Die Spielregel', ein bissiges, doch zärtliches Porträt der französischen Aristokratie am Vorabend des Krieges, zählen zu den größten je gedrehten Filmen. Sein Werk bevorzugte Tiefenschärfe-Fotografie, lange Einstellungen und eine demokratische Kamera, die jeder Figur unabhängig vom sozialen Rang Gewicht verlieh, ein Ansatz, der den italienischen Neorealismus und die Nouvelle Vague direkt prägte. Renoir arbeitete später in Hollywood und Indien, bevor er nach Frankreich zurückkehrte, und hinterließ ein Werk, das von Regisseuren wie Truffaut bis Altman noch immer als Vorbild humanistischen Filmemachens zitiert wird.