Kaneto Shindō war ein japanischer Regisseur, geboren in Hiroshima, ein produktiver Filmemacher, dessen Werk über fast sieben Jahrzehnte sozialen Realismus, Volkshorror und Dokumentarfilm umspannte. 'Kinder von Hiroshima', eine frühe und zutiefst persönliche Reaktion auf den Atombombenabwurf auf seine Heimatstadt, begründete seinen Ruf für die direkte Auseinandersetzung mit Japans Kriegstrauma, während 'Die nackte Insel', ein nahezu wortloser Bericht über das tägliche Überleben einer Bauernfamilie auf einer abgelegenen Insel, international zu einem seiner gefeiertsten Werke wurde. 'Onibaba – Die Töterinnen' und 'Kuroneko', beide atmosphärische Volkshorrorgeschichten inmitten von feudalzeitlichem Krieg und Armut, zeigten eine parallele Begabung für unheimliches, sexuell aufgeladenes übernatürliches Drama. Shindō drehte auch einen wegweisenden Dokumentarfilm über seinen Mentor Kenji Mizoguchi und drehte bis in seine Neunziger weiter Filme, eine der längsten aktiven Regiekarrieren im japanischen Kino.