Dušan Makavejev war ein serbischer Regisseur, geboren in Belgrad, gefeiert für provokante, formal experimentelle Filme, die explizite Sexualität, politische Satire und dokumentarische Collage verbanden. 'Die Liebesaffäre oder die Tragödie eines Fräuleins vom Amt', ein früher Meilenstein des jugoslawischen Schwarzen Films, nutzte fragmentierte Struktur, um eine zum Scheitern verurteilte Romanze neben breiteren politischen Ängsten zu untersuchen. 'WR – Mysterien des Organismus', das eine fiktionale Erzählung über sexuelle Befreiung mit echtem Dokumentarmaterial über Wilhelm Reichs Theorien sexueller Energie verband, wurde zu einem der berüchtigtsten und formal radikalsten Filme der 1970er Jahre, über ein Jahrzehnt lang in Jugoslawien verboten. 'Sweet Movie' erweiterte seinen Geschmack für schockierende, tabubrechende Bildsprache im Dienst politischer und sexueller Kritik. Makavejevs furchtlose Kombination aus explizitem Inhalt, Dokumentartechnik und politischer Provokation machte ihn zu einer der radikalsten Figuren der Bewegung des jugoslawischen Schwarzen Films.
Dušan Makavejev
86 Jahre (13 Okt 1932 – 25 Jan 2019)Belgrade, Kingdom of Yugoslavia
15 Regie geführt
Dušan Makavejev war ein serbischer Regisseur, geboren in Belgrad, gefeiert für provokante, formal experimentelle Filme, die explizite Sexualität, politische Satire und dokumentarische Collage verbanden. 'Die Liebesaffäre oder die Tragödie eines Fräuleins vom Amt', ein früher Meilenstein des jugoslawischen Schwarzen Films, nutzte fragmentierte Struktur, um eine zum Scheitern verurteilte Romanze neben breiteren politischen Ängsten zu untersuchen. 'WR – Mysterien des Organismus', das eine fiktionale Erzählung über sexuelle Befreiung mit echtem Dokumentarmaterial über Wilhelm Reichs Theorien sexueller Energie verband, wurde zu einem der berüchtigtsten und formal radikalsten Filme der 1970er Jahre, über ein Jahrzehnt lang in Jugoslawien verboten. 'Sweet Movie' erweiterte seinen Geschmack für schockierende, tabubrechende Bildsprache im Dienst politischer und sexueller Kritik. Makavejevs furchtlose Kombination aus explizitem Inhalt, Dokumentartechnik und politischer Provokation machte ihn zu einer der radikalsten Figuren der Bewegung des jugoslawischen Schwarzen Films.
Dušan Makavejev war ein jugoslawischer bzw. serbischer Filmregisseur.
Makavejev studierte Psychologie und drehte zunächst Dokumentarfilme, ab 1965 Spielfilme, die dem Novi Film zuzurechnen waren. Für seinen Film Unschuld ohne Schutz erhielt er auf der Berlinale 1968 einen Silbernen Bären. Nach diesem Erfolg lud ihn Festivalleiter Alfred Bauer zur Berlinale 1970 als Jurymitglied ein. Bei dieser Berlinale sorgte er für Aufregung, als er nach der Premiere des Films o.k. von Michael Verhoeven und dem Rücktritt von Jurypräsident George Stevens vor die Presse trat und von Zensur sprach. Die Jury trat wenig später komplett zurück und es gab bei dieser Berlinale keine Preisträger.
Makavejevs 1971 gedrehter Film WR – Mysterien des Organismus über die Theorien von Wilhelm Reich wurde in Jugoslawien zunächst verboten, in den 1980er Jahren aber wieder zugelassen. Makavejev wanderte in den frühen 1970er Jahren in die USA aus und lehrte an der Harvard University.
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