Chishu Ryu, 1904 in der Präfektur Kumamoto geboren, wurde untrennbar mit Yasujiro Ozu verbunden und stand vier Jahrzehnte lang in über fünfzig von dessen Filmen vor der Kamera. Er ist der Vater in Die Reise nach Tokio (1953), still und niederschmetternd, und kehrte als alternder Patriarch in Später Frühling (1949) und Ein Herbstnachmittag (1962) zurück. Außerhalb Ozus arbeitete er kontinuierlich mit Mikio Naruse und später mit Wim Wenders, der ihn in Tokyo-Ga (1985) porträtierte und in In weiter Ferne, so nah! (1993) besetzte. Seine Ruhe auf der Leinwand definierte das japanische Filmspiel neu.